Anleihen als Alternative zum Tagesgeld

Besonders in Zeiten, in denen die Tagesgeld-Zinsen niedrig sind, suchen Sparer nach zinsstärkeren Anlageformen. Anleihen bieten sich dabei oftmals an. Doch sind Anleihen wirklich eine Alternative zum Tagesgeld? Dieser Frage wollen wir hier nachgehen und untersuchen beide Anlageformen unter den Aspekten der Zinsen, der Sicherheit, der täglichen Verfügbarkeit über das angelegte Geld und der Angebotsvielfalt.

Grundlegende Funktionsweise einer Anleihe

Zu Beginn wollen wir Ihnen aber erst einmal das Wesen und die Funktionsweise einer Anleihe in Grundzügen skizzieren.

Anleihen zählen zur Gattung der festverzinslichen Wertpapiere, haben eine festgelegte Laufzeit und verbriefen einen Anspruch auf Zahlung eines im Voraus festgelegten Zinses sowie der Rücknahme der Anlage am Laufzeitende zum Nennwert. Herausgegeben werden Anleihen von Staaten, Ländern und Unternehmen, weshalb man sie auch in Staatsanleihen bzw. Bundesanleihen und Unternehmensanleihen unterteilt.

In der Regel können Anleihen während ihrer Laufzeit börsentäglich gehandelt werden, wobei es immer eine Differenz zwischen An- und Verkaufskurs gibt, den so genannten Spread.

Verkauft man eine Anleihe während ihrer Laufzeit, kann deren Kurs unter- oder oberhalb des Kaufkurses notieren, was zu Kursverlusten oder -gewinnen mit entsprechenden Auswirkungen auf die Gesamtrendite führt. Beim Tagesgeld gibt es den aktuellen Zinssatz, hier kann also täglich die Höhe der erzielbaren Zinsen kalkuliert werden. Zinsen berechnen ist in diesem Fall ganz einfach und kann mit einem Tagesgeld- oder Zinsrechner meist gleich für verschiedenste Banken durchgeführt werden.

In ihrer Höhe liegen die Tagesgeld-Zinsen führender Anbieter heute über denen aktueller Bundesanleihen mit kurzen Restlaufzeiten aber deutlich unter denen von Unternehmensanleihen. Und genau hier kommt ein weiterer Unterschied ins Spiel: das Risiko der jeweiligen Anlageform.

Während es beim Tagesgeldkonto nur ein Zinsänderungsrisiko gibt, kommen bei einer Anleihe das Kursrisiko und das Emittentenrisiko hinzu. Geht eine Bank in Deutschland pleite, springen staatliche und privatwirtschaftliche Sicherungssysteme ein und garantieren dem Sparer die Rückzahlung seiner Sicht-, Tages- und Festgeldeinlagen samt den erzielten Zinsen. Bei der Insolvenz eines Unternehmens haben Inhaber einer entsprechenden Unternehmensanleihe ein Problem: sie stehen in der Schlange der Gläubiger relativ weit hinten und die Anleihe wird dramatisch an Kurswert verlieren.

In Summe handelt es sich beim Tagesgeld also um eine deutlich sicherere aber damit auch niedriger verzinste Anlageform. Durch ihre jederzeitige Verfügbarkeit stellt sie eine ideale Basis für jeden Vermögensaufbau und jedes Portfolio dar, indem in ihr die geplante Liquiditätsreserve angelegt wird.

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