Festgeldanlagen in Niedrigzinsphasen

Seit dem Ende der letzten Hochzinsphase, 2008, sind die Leit- und damit auch die auf Tages- oder Festgeld gezahlten Zinsen deutlich zurückgegangen. Immer mehr Sparer fragen sich deshalb: lohnt es sich in einer solchen Niedrigzinsphase, in Festgeld zu investieren? Und wenn ja, welche Laufzeiten sind empfehlenswert?

Grundsätzlich ist Festgeld aus Gründen der Sicherheit und der planbaren – weil festen – Zinsen natürlich auch in Zeiten niedriger Marktzinsen zu empfehlen. Was die Laufzeiten angeht, kommt es aber darauf an, in welchem Zeitraum mit einem Ansteigen der Marktzinsen gerechnet wird.

Gehen die Marktteilnehmer davon aus, dass die Zinsen auf Festgeld noch weiter fallen werden, lohnen sich mittel- bis langfristige Laufzeiten von drei bis zehn Jahren.

Geht man hingegen von einer Stagnation der Zinsen aus, sollte das Geld nicht zu lange angelegt werden, um bei einem absehbaren Anstieg der Marktzinsen nicht zu lange in einer dann relativ niedrig verzinsten Anlage gebunden zu sein.

Noch kürzer sollten die Anlagezeiträume gewählt werden, wenn man mit einem Ende der Niedrigzinsphase rechnet, erste Zinserhöhungen also unmittelbar bevorstehen bzw. absehbar sind. Hier empfehlen sich beim Festgeld dann kurze Laufzeiten von sechs Monaten bis hin zu zwei oder drei Jahren.

Wer clever ist und sein Geld auf mehrere Festgeldkonten aufteilen kann, sollte bei Unsicherheit über die zukünftige Zinsentwicklung einfach mehrere Konten mit unterschiedlich langen Laufzeiten wählen. So kann er wenigstens einen Teil seines Geldes zu dann höheren Zinsen erneut anlegen.

Was die Auswahl geeigneter Festgeldkonten angeht, sollte Sicherheit an erster Stelle stehen – noch vor der Höhe der Zinsen. Die Pleite der isländischen Kaupthing-Bank hat gezeigt, dass die höchsten Zinsen nichts wert sind, wenn man als Sparer um die Rückzahlung seines Geldes bangen muss und diese dann auch nur dank finanzieller Unterstützung des Bundes erfolgt.

Gesetzlich sind Einlagen auf Festgeldkonten bei allen in Deutschland zugelassenen Banken seit 2011 bis zu einer Höhe von 100.000 Euro abgesichert. Selbiges gilt für die meisten EU-Mitgliedsländer. Die meisten Banken in Deutschland sichern die Einlagen ihrer Kunden sogar weitaus umfangreicher über zusätzliche Sicherungsfonds ab.

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