Schlechte Bürostühle schaden der Gesundheit
Über 20 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland täglich im Büro und verbringen Woche für Woche 40 Stunden und mehr auf ihrem Bürostuhl. Die meisten Menschen, die als Büroangestellte ihren Lebensunterhalt verdienen, sind über Jahrzehnte hinweg in einem Büro tätig und verbringen entsprechend viel Lebenszeit sitzend auf einem Bürostuhl. Zahlreiche Erfahrungsberichte und Studien aus orthopädischen und physiotherapeutischen Quellen haben zweifelsfrei den Zusammenhang zwischen schlechter Bürobestuhlung und schwerwiegenden orthopädischen Beeinträchtigungen der Gesundheit nachgewiesen. Rückenerkrankungen machen einen außergewöhnlich hohen Anteil der Rentenanträge aus, die bei den Berufsgenossenschaften oder bei der Bundesrentenanstalt aufgrund von Erwerbsminderung oder Erwerbsunfähigkeit eingereicht werden. Die daraus entstehenden Kosten treffen die Angestellten, aber auch die Unternehmen sowie die gesamte Gesellschaft. Mit der dauerhaften Einschränkung der Lebensqualität, die durch chronische Rückenschmerzen und weitere orthopädische Dauerschäden verursacht wird, müssen immer nur die Betroffenen selbst fertig werden.
Durch eine intelligente und sensible Auswahl der Bürostühle im eigenen Haus könnten die Unternehmen erheblich dazu beitragen, Rückenerkrankungen der eigenen Mitarbeiter auf lange Sicht zu vermeiden. Die technischen Möglichkeiten sind längst vorhanden. Hochwertige Bürostühle sind exakt auf die tatsächlichen Bedürfnisse von Menschen angepasst, die lange Zeit im Sitzen arbeiten. Ein guter Bürostuhl zwingt den Benutzer unmerklich aber dauerhaft dazu, seine Sitzposition ständig leicht zu variieren und seine Rücken-, Gesäß-, Bein- und Fußmuskulatur ständig flexibel zu beanspruchen. Dauerhafte Fehlbelastungen mit weit reichenden gesundheitlichen Folgen können damit unmerklich aber sicher vermieden werden. Viele Unternehmen verweigern ihren Mitarbeitern jedoch allein aus Kostengründen die notwendige Bürobestuhlung. Die Einsicht, dass sich diese Investition mehr als auszahlt, nicht zuletzt für das Unternehmen, ist offensichtlich bei den Verantwortlichen immer noch nicht vorhanden.
Als geschädigter Büroangestellter liegt die Versuchung nahe, nach der Diagnose eines chronischen Rückenschadens seinen Chef wegen Körperverletzung anzuzeigen. Rein sachlich scheint diese Option nachvollziehbar zu sein. Auf der anderen Seite funktioniert ein Arbeitsverhältnis nur, wenn beide Seiten miteinander auskommen. Eine Klage gegen das eigene Unternehmen würde auf die eine oder andere Weise zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses führen. Auch sind keine Gerichtsurteile bekannt, die den Erfolg einer solchen Klage belegen würden. Der einzige Weg, der zum Ziel führen kann, ist ein beharrliches Argumentieren und Überzeugen. Das kann ein mühevoller Weg sein, aber er führt früher oder später zum Erfolg.
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