Strompreise: Experten rechnen mit steigenden Strompreisen

In den ersten Monaten haben schon 300 Stromanbieter ihre Preise erhöht oder eine Preiserhöhung angekündigt. Durchschnittlich um 6 Prozent sollen die Kwh Stromkosten für Verbraucher ansteigen. Dies stellt für die Verbraucher eine weitere jährliche Mehrbelastung von rund 54 Euro dar. Dies ist umso ärgerlicher, da bereits in den letzten Jahren die Strompreise deutlich angestiegen sind.

Als Grund werden von den Stromversorgern häufig die erneuerbaren Energien für die Kostensteigerungen beim Strom mitverantwortlich gemacht. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EGG) sieht vor, dass Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien subventioniert werden. Diese sogenannte EGG-Umlage wird auf den Strompreis umgelegt und wird von allen Stromkunden bezahlt, egal ob diese Öko-, Kohle- oder Atomstrom beziehen. Die Umlage beträgt seit Anfang des Jahres rund 2 Cent pro Kilowattstunde (Kwh). Im Vergleich zum Jahr 2009 ist die Umlage um 0,9 cent pro Kwh gestiegen.

Die Preiserhöhung den erneuerbaren Energien zuzuschieben ist nach Meinungen des Vorsitzenden des Bundes der Energieverbraucher, Dr. Aribert Peters, nicht gerechtfertigt. Demnach trage vor allem die Stromkonzerne die Schuld an den Preiserhöhungen. So haben Stromerzeuger und -versorger im Jahr 2009 von jedem Haushaltskunden rund 150 Euro mehr kassierten als für die gleiche Menge Strom drei Jahre zuvor. Die Stromkonzerne nützten, so Peters, die Erhöhung der Umlage um diese für die neusten Preiserhöhungen verantwortlich zu machen. Vielmehr wandere ein Großteil der Strompreiserhöhungen in die Taschen der Stromkonzerne.

Verbraucher sollten den kwh Strompreis vergleichen und gegeben falls von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.

Ausgerechnet der Stromkonzern RWE will die Strompreise vorerst stabil halten. Im ersten Halbjahr werde es keine Erhöhung geben, kündigte der Konzern bei der Vorlage der Bilanz für 2009 an. Die Stadtwerke Leipzig werden zum 1. April sogar ihre Strompreise in der Grundversorgung um 5,3 Prozent senken. Als Grund werden gesunkene Netzentgelte angeführt, die an die Kunden weitergegeben werden.

Für Verbraucher bleibt zu hoffen, dass die Strompreise nach den Erhöhungen der letzten Jahre nicht weiter ansteigen. Bei ungerechtfertigten Preiserhöhungen bleibt Verbrauchern nur ihre Marktmacht gezielter einzusetzen und den Anbieter zu wechseln. RWE hält unter anderem auch deshalb die Preise stabil, da der Konzern bei der letzten Strompreiserhöhung im April 2009 viele Kunden verloren hatte.

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