Lippenunterspritzung ist nicht gleich Lippenunterspritzung
Volle Lippen gelten als Schönheitsideal. Sie sind der Inbegriff von Sinnlichkeit und Erotik. Daher hegen Frauen mit schmalen Lippen oft den Wunsch einer Lippenunterspritzung, um vollere Lippen zu erhalten. Volle Lippen erscheinen einfach auffälliger und attraktiver. Manchmal sind schmale Lippen genetisch bedingt. Bei vielen Frauen spielen volle Lippen jedoch erst mit zunehmendem Alter eine Rolle, da die Haut im Alter Feuchtigkeit und Elastizität verliert und das Fettgewebe sich zurückbildet. Dadurch werden die Lippen, insbesondere die Oberlippe, schmaler, was oft einen verkniffenen Ausdruck hervorrufen kann. Die Lippenunterspritzung verhilft in beiden Fällen zu volleren und sinnlicheren Lippen.
Doch nicht nur größere Eingriffe, wie man es z.B. von einer Brustvergrößerung kennt, benötigen eine eingehende Beratung vor der Behandlung. Dasselbe gilt für die Lippenunterspritzung. Es können nämlich verschiedenste Materialien verwendet werden, um die Lippen aufzupolstern. Manche werden nach einiger Zeit vom Körper abgebaut, wie z.B. Hyaluronsäure, andere nicht, z.B. Silikon. Deshalb sollte man sich vor dem Eingriff gut von einem Arzt beraten lassen. Doch nicht nur das Material, auch die gewünscht Fülle der Lippen sollte zuvor genau abgeklärt sein, damit es nach der Lippenunterspritzung zu keiner Enttäuschung kommt - erst recht bei der Wahl einer dauerhaften Füllsubstanz.
Wählt man Biomaterialien, wie Hyaluronsäure oder Kollagen, werden diese nach einer gewissen Zeit vollständig vom Körper abgebaut. Dies bedeutet zwar, dass man sich nach einigen Monaten erneut einer Injektion unterziehen muss, doch geht man kein großes Risiko ein. Die Wirkung hält zwischen einem halben und einem Jahr an. Der große Vorteil von Hyaluronsäure: Sie ist kaum allergen und wird langsamer als Kollagen vom Körper abgebaut. Auf Kollagen reagieren etwa drei Prozent der Menschen allergisch und bekommen Rötungen oder Schwellungen. Man sollte die Verträglichkeit daher vorab an einer anderen Körperstelle testen.
Wer nicht-abbaubare Substanzen für die Lippenunterspritzung wählt, entscheidet sich für dauerhafte Implantate und sollte sich genauestens beraten lassen. Hier ist es in jedem Fall nötig, dass der Arzt die richtige Einspritztechnik beherrscht. Das verwendete Material, z.B. Silikon, besteht in vielen Fällen aus Kunststoffkügelchen, die in Kollagen eingebettet sind. Das Kollagen wird nach einiger Zeit vom Körper abgebaut. Während dieser Zeit wurde jedoch neues Bindegewebe gebildet, das die Kunststoffpartikel umschließt und damit ein dauerhaftes Polster bildet. Dieses Polster füllt die Lippen und lässt sie voller aussehen. Beachten Sie aber, dass diese Art der Lippenunterspritzung kaum rückgängig zu machen ist. Für die erste Behandlung sollte man daher Biostoffe verwenden, um herauszufinden, ob einem das Ergebnis der Lippenunterspritzung im eigenen Gesicht überhaupt gefällt.
Es gibt noch eine dritte Variante der Lippenunterspritzung: semi-permanente Füllstoffe, wie z.B. Eigenfett-Implantate. Eigenfett birgt keinerlei Allergie-Risiko. Die Haltbarkeit der Implantate hängt von der individuellen körperlichen Verfassung ab und reicht von ein paar Monaten bis zu mehreren Jahren. Mindesthaltbarkeit ist in der Regel drei Monate. Die Lippenunterspritzung mit Eigenfett ist jedoch aufwändiger als mit anderen Substanzen, weil das Eigenfett zunächst in einer Operation an einer anderen Körperstelle entnommen werden muss - denkbar wäre hier auch eine Kombination mit einer Fettabsaugung.
Und vergessen Sie nicht: Weniger ist oft mehr. Lassen Sie lieber noch nachspritzen, wenn Ihnen das Ergebnis der Behandlung nicht auffallend genug ist.
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